Polygonalplatten

Polygonalplatten

Polygonalplatten erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Ihren Ursprung haben die Polygonalplatten in Südeuropa: sie wurden dort von Großmeistern wie Antonio Gaudi verbaut. Gerade deshalb fügen sie sich prima in das mediterrane Erscheinungsbild der Stadtvillen im Toskana-Stil ein und strahlen den Glanz einer südländischen Finca aus. In Verbindung mit einer mediterranen Bepflanzung wird die Terrasse oder Eingangsbereich schnell in ein ansprechendes Urlaubsdomizil verwandelt.

Ein Polygon aus dem altgriechischen „polygṓnion“ ist ein geometrischer Begriff der ein Vieleck

Polygonalplatten - Detailansicht

Polygonalplatten – Detailansicht

beschreibt. In einer Ebene mit mindestens 3 verschiedenen Punkten werden die Ecken miteinander verbunden. Durch diese Verbindung wird eine Fläche umschlossen die als Polygon bezeichnet wird. Bekannte Beispiele für Polygone sind Dreiecke, Vierecke oder Sechsecke.

Polygonalplatten werden häufig im Terrassen-, Eingangs- und Wegebereich verlegt. Für das Pflastern einer Einfahrt eigen sich Polygonalplatten aufgrund ihrer geringen Stärke nur bedingt oder gar nicht. Dort wo die Platten verlegt werden sorgen sie für eine lebendige Flächengestaltung und strahlen Wärme und südländliches Flair aus. Die unregelmäßigen Kanten der Polygonalplatten sind verantwortlich für die unterschiedlichen Größen. Im Vergleich zu herkömmlichen Pflastersteinen, die in der Regel gleich große Kanten und Maße haben, gibt es jede Polygonalplatte nur einmal. Dies machte die Verlegung interessant, die Anlage wird ähnlich wie ein Puzzle zusammengesetzt.

Hergestellt werden Polygonalplatten sehr häufig aus Gesteinen wie Quarz, Sandstein, Schiefer oder Porphyr. Allen gleich ist die natürliche gespaltene Oberfläche. Polygonalplatten werden aus einem Block gefertigt, dazu sind mehrere Arbeitsschritte notwendig: Große Blöcke, die in einem Steinbruch gewonnen müssen in kleinere Stücke gespalten werden – diese bilden die Grundlage für die Platten. Sobald die kleinen Blöcke einen passenden Durchmesser erreicht haben werden sie wie Brot in Scheiben geschnitten, das Ergebnis sind einzelne Platten. Die Kanten werden dabei durch die Beschaffenheit der Blöcke vorgegeben. Diese Vorarbeiten können direkt im Steinbruch passieren. Die Grundplatten werden dann entsprechend veredelt (Bsp. geflammt und gebürstet). Dieser letzte Arbeitsschritt bestimmt das eigentliche Aussehen und die Oberflächenbeschaffenheit der Polygonalplatte.

Da Polygonalplatten unregelmäßig gebrochen werden, kann man nie genau sagen, aus wie vielen Stücken Polygonalplatten ein Quadratmeter besteht. Die Anzahl ist abhängig von der Größe der Polygonalplatte. Die Größe der Platten hat im weiteren Verlauf Einfluss auf die Verlegung. Kleine Platten sind pro Stück günstiger, die Verlegung wird aber dementsprechend teuer und es muss zusätzliches Fugenmaterial bezahlt werden. Darüber hinaus gibt es Polygonalplatten gibt es in verschiedenen Stärken. Die unterschiedlichen Stärken entstehen durch das Spalten des Rohmaterials, neben dem Fugenmaterial muss entsprechend der Mörtel unter den Platten unterschiedlich dick aufgetragen werden. Die dünnsten Platten, die sich eher für Wandverkleidungen eignen beginnen bei ca. 3mm, nach oben sind die Platten ca. 35mm dick. Abhängig vom Durchmesser der Ursprungsblöcke haben die Platten unterschiedliche Größe.

Oberflächen- und Kantenbeschaffenheit von Polygonalplatten

Polygonalplatten haben oft eine raue und daher rutschfeste Oberfläche. Sie sind daher abriebfest. Beliebte Arten der Oberflächenbearbeitung sind Flammen und Bürsten: Beim Beflammen werden die in der Polygonalplatte befindlichen Mineralien bearbeitet, einige verschwinden, andere ändere Ihre Größe. Durch das Flammen der Oberfläche wird diese rutschfest. Mit Hilfe von Bürsten wird die geflammte Oberfläche geglättet und fühlt sich danach weicher an. Beim Stocken einer Oberfläche werden mit einem Stockhammer, dessen Arbeitsfläche die eines Küchen-Fleischklopfers ähnelt, unterschiedlich raue Steinoberflächen erzeugt.

Im Gegensatz zu genormten Platten oder Pflaster ist bei Polygonalplatten ist die Kantenbearbeitung nicht so wichtig, trotzdem ist der Anblick je nach Bearbeitung unterschiedlich. In Flächen, in denen die gefugte Fläche sehr klein ausfällt sollten die Kanten nicht gebrochen sein. Hier bietet sich die gesägte Plattenvariante an, denn diese Platten können passend aneinander gelegt werden. Legt man Wert auf möglichst naturgetreues Aussehen, sind gebrochene Platten das Mittel zum Zweck, denn die Fugen fallen hier etwas breiter aus, da die Platten nicht direkt aneinander gelegt werden.

Allgemeine Hinweise

Polygonalplatten können in Aussehen, Struktur und Farbe sehr stark variieren. Beim Kauf kann es daher vorkommen, dass die Farbe im Katalog nicht zu 100% der Realität entspricht.
Polygonalplatten sind pflegeleicht, doch kann es passieren, dass sich nach einiger Zeit an schattigen Stellen Moose auf den Platten bilden. Diese können dann mit einem Hochdruckreiniger und per Hand mit einer feiner Bürste entfernt werden. Zu beachten ist die Stärke des Strahls eines Hochdruckreinigers, damit keine Schäden an den Platten oder am Fugenmaterial entsteht.

Polygonalplatten verlegen – Vorarbeiten

Wie auch beim Pflastern der Einfahrt muss zunächst der Untergrund der zu bearbeiteten Fläche vorbereitet werden. Um einen tragfähigen Untergrund herzustellen muss die Fläche ausgekoffert werden. Die Tiefe berechnet aus der Summe der Plattenstärke, Ausgleichsmasse und Stärke des Untergrunds. Die Frosttiefe beträgt 80cm. Als Material für den Untergrund empfiehlt sich Schotter, es soll eine Schotterschicht von mindestens 10cm befüllt und festgerüttelt werden.

Beginn der Verlegearbeiten

Sind alle Vorarbeiten abgeschlossen, das heißt die Fläche ist ausgehoben, mit Schotter verfüllt und verdichtet, kann mit dem Verlegen der Polygonalplatten begonnen werden. Dazu wird auf dem Schotterbett ca. 3-5 cm Befestigungsmörtel aufgebracht, verteilt und anschließend abgezogen. Es ist damit zu rechnen, dass der Befestigungsmörtel durch die Belastung noch zusätzlich verdichtet wird. Daher empfehlen Hersteller, wie zum Beispiel Sakret etwas 10% mehr aufzutragen.

Jetzt sollte auch das Gefälle vorbereitet werden.

Das Gefälle berechnet sich wie folgt:

Gefälle der Fläche = Flächenhöhte / Seitenlänge * 100

Rechenbeispiel: Beträgt der Abstand zwischen Schnur und 2m-Richtlatte 4 cm, so ergibt sich ein Gefälle von 4cm auf 2 Meter. Nach der oben genannten Formel: 4/200*100 = 2 (Pro Meter hat die Schnur ein Gefälle von 2 cm =2%). Hinweis zum Gefällte: Bei glatten Belägen (z.B. gesägt) fließt das Oberflächenwasser besser ab und es ein Gefälle von 1% ist ausreichend, bei rauen Oberflächen sollte das Gefälle mindestens 2% oder mehr sein.

Polygonalplatten säubern

Vor dem Verlegen empfehle ich die Platten einzelnen mit einem feuchten Tuch abzuwischen. Damit werden feine Schmutzpartikel entfernt und der Kleber, der im folgenden Schritt aufgetragen wird haftet besser.
Untergrundhaftung der Polygonalplatten herstellen
Die Untergrundhaftung der Polygonalplatten wird hergestellt, indem entweder großflächig auf dem Untergrund oder auf jeder einzelnen Platte Dichtungsschlämme (oder auch Haftschlämme genannt) aufgebracht wird. Die Dicke sollte maximal 2-6 cm betragen. Wichtig ist, dass immer nur so viel Schlämme aufgebracht wird, die ausreicht um 2-3 Platten zu verlegen.
Beim Anbringen der Haftschlämme auf die Platten kommt der Pinsel oder Quast zum Einsatz. Einfach in das Gemisch eintauchen und gleichmäßig die Haftschlämme auf der Platte verteilen.

Verlegen der Polygonalplatten

Polygonalplatten - Wandverkleidung

Polygonalplatten – Wandverkleidung

Jetzt geht’s los. Nach und nach wird jede einzelne Platte in das Mörtelbett gelegt. Ich klopfe jede Platte mit einem Gummihammer ins Mörtelbett. Bitte beachten, dass sich beim Auflegen ins Mörtelbett keine Luft/Hohlräume bilden. Am schönsten sieht das ganze aus, wenn die Abstände zwischen den Platten möglichst klein sind. Es sind ein Puzzlespiel, aber mit etwas Geduld schafft man die Abstände zwischen 3 und 4 cm klein zu halten. Hinweis: um ein schönes Muster zu erhalten, können einzelne Platten individuell gesägt oder per Hand gebrochen werden, bis diese ein sauberes Muster ergeben. Diese Arbeit ist sehr anstrengend und zeitintensiv, lohnt sich aber auf jeden Fall.
Diese Arbeitsschritte wiederholen sich nun, bis die komplette Fläche bedeckt ist. Empfohlen wird, immer wieder mit einer Wasserwaage die verlegte Fläche zu überprüfen und gegebenenfalls nachzuarbeiten. Danach sollten die Platten einige Zeit trocken, bevor mit der Verfugung begonnen wird.

Verfugen der Polygonalplatten

Das Fugenmaterial sollte leicht feucht mit einer Spachtel oder einem Gummischieber eingebracht werden. Bei kleineren, filigranen Fugenflächen kann das Fugenmaterial auch flüssig eingegossen werden. Auf keinen Fall sollte großflächig verschlämmt werden: hier wird die nachfolgende Reinigung sehr aufwändig.
Das Gebinde entsteht, indem das Fugenmaterial mit Wasser gemischt und danach verfüllt wird. Es empfiehlt sich in kleinen Schritten vorzugehen, sprich mit einer kleinen Ecke anfangen, dann mit dem nächsten Quadratmeter weitermachen.
Sobald das Fugenmaterial getrocknet und leicht abgehärtet ist, kann mit der Reinigung begonnen werden?

Was bedeutet Zwickel?

Da Polygonalplatten unregelmäßig sind, sind die Fugen auch nicht gleichmäßig und gerade. Die zwischen den Platten entstehenden Flächen werden Zwickel genannt. Die Zwickel werden entweder mit Fugenmaterial aufgefüllt oder mit kleineren Polygonalplatten-Stücken, die abgebrochen werden belegt. Dies bezeichnet man dann als „Auszwickeln“.

Eine sehr anschauliche Erklärung, wie Polygonalplatten verlegt werden sieht man in diesem Video:

Werkzeuge zum Verlegen von Polygonalplatten

Die Grundarbeiten wie vorbereiten der Fläche sind vergleichbar mit dem Pflastern einer Einfahrt.

Zum Verlegen der Polygonalplatten empfehlen sich folgende Werkzeuge:

– Gummihammer
– Wasserwaage
– Richtschnur
– Abziehlatte
– Setzlatte
– Rührquirl
– Pinsel
– Quast
– Kelle

Für das Verfugen der Polygonalplatten benötigt man:

– Schieber
– Schwamm
– Schwammbrett
– Kelle

Polygonalplatten kaufen

Polygonalplatten - Wandverkleidung Garage

Polygonalplatten – Wandverkleidung Garage

Polygonalplatten kauft man am Besten im gut sortierten Natursteinhandel. Dort gibt es nicht nur besondere Gesteinsarten, sondern auch eine große Vielfalt an Farben. Es gibt verschiedene Verpackungseinheiten, zum Beispiel kleine stapelbare Holzkisten, große stapelbare Holzkisten oder folienverschweißte Einheiten mit handverlesenem Inhalt.

Verfügbare Stärkensortierungen

• 6-7mm stark (besonders geeignet als Wandverkleidung)
• 8-12mm stark
• 13-19mm stark
• 20-25mm stark
• 26-29mm stark
• 30-35mm stark

Größenformate:

Kleine Polygonalplatten – Durchmesser ca. 25-30 cm
Große Polygonalplatten – Durchmesser >30 cm

Da die Polygonalplatten unterschiedliche Formen haben und auch unterschiedlich groß sind, muss beim Kauf auch der Fugenanteil berechnet werden. Dieser ist abhängig von der Größe der verwendeten Polygonalplatten. Ein Quadratmeter Polygonalplatten reicht deshalb in der Realität um eine größere Fläche als 1 Quadratmeter zu belegen. Bitte lassen Sie sich bei Ihrem Natursteinhändler intensiv beraten. Der Plattenbruch, der entstehen kann, kann wie oben beschrieben zum „Auszwickeln“ verwendet werden.

Polygonalplatten Preise

Die Polygonalplatten Preise variieren und sind abhängig vom Material. Im Natursteinhandel sind die Polygonalplatten Preise höher als im Baumarkt. Ich habe verschiedene Preismodell gesehen, vom Verkauf pro Stück Platte, über einen Quadratmeter Preis bis hin zu einem Preis/Gewicht, hier wurden die Polygonalplatten pro Tonne verkauft. Die Einsparungen durch einen günstigen Materialpreis werden oftmals durch hohe Verlegekosten wieder ausgeglichen.